Burschenschaften heimgesucht – 2019

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Quelle: Prolos        Weitere Fotos: HIER

Jedes Jahr treffen sich am dritten Advent zahlreiche Studentenverbindungen, Korps und sonstige Burschenschaften in der Nürnberger Innenstadt. Viele dieser Verbindungen gelten als reaktionär und nationalistisch, einige haben gute Verbindungen zu Organisationen der extremen Rechten oder beteiligen sich aktiv in faschistischen Netztwerken.

Seit vielen Jahren jedoch nehmen auch Burschenschaften am Thomasbummel teil, die sich deutlich gegen Nationalismus, Sexismus und Rassismus positionieren. Sie nennen sich die Ururburschenschaften und ihre Trachten unterscheiden sich leicht von denen der rechten Verbindungen: Sie bestehen zum Beispiel aus Kartoffelsäcken, Klobürsten und Alu-Mützen. Vereinigt haben sich diese Ururburschenschaften im Nürnberger Convent.

Dieses Jahr beteiligten sich gleich fünf Ururburschenschaften aus mehreren Städten mit etwa 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Thomasbummel. Traditionell verläuft das Nebeneinander von Burschenschaften und Ururburschenschaften während des gleichzeitigen Bummelns sehr entspannt – trotz der sehr unterschiedlichen Werte und Anschauungen. Gar nicht entspannt zeigte sich dieses Jahr die mittelfränkische Polizei. Neben der Brauchtumsveranstaltung hatten antifaschistische AktivistInnen Flugblätter verteilt, in denen PassantInnen über die Umtriebe rechter Burschenschafter aufgeklärt wurden. Die Polizei nahm dies zum Anlass, Personenkontrollen durchzuführen und erklärten auch die Teilnahme des Nürnberger Convents am Thomasbummel zu einer politischen Kundgebung. Tatsächlich handelt es sich beim Bummel der Ururburschenschaften aber um den Ausdruck eines gemeinsamen Lebensgefühls. Als die Ururburschenschaften sich anschickten, mit der U-Bahn nach Hause zu fahren, versuchten Teile der eingesetzten Polizeieinheiten offenbar, die Lage zu eskalieren, indem sie Menschen bedrängten, schubsten, provozierten und selbst Unbeteiligte daran hinderten, aus der U-Bahn auszusteigen.

Trotz dieser völlig überflüssigen Aktionen der Polizei nach dem Thomasbummel wertet der Nürnberger Convent den Tag als einen schönen und gelungenen Teil antifaschistischer Brauchtumspflege. Es ist aber bezeichnend, dass die Polizei, die immer wieder Nazis ihre Aufmärsche ermöglicht und teils dabei zusieht, wenn FaschistInnen auf ihren Kundgebungen Straftaten begehen, ein weiteres Mal einen Beißreflex zeigt, wenn AntifaschistInnen auf die Straße gehen.

Dem Nürnberger Convent derzeit angeschlossene Verbindungen:

Fäkalia zu Nürnberg
Almania Regensburg
Transvestitia zu Trier
Queeranarchistische Vulgaria
Pogoanarchistische Fachhochschul- und Universitäten Interessengemeinschaft (PFUI Bayern)

Link zum Nürnberger Convent: https://www.facebook.com/nuernbergerconvent/

Link zur Vulgaria: https://www.facebook.com/Vulgaria-100274878144951

Link zu PFUI Bayern: https://pfuibay.wordpress.com/

 

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Nürnberger Convent

Cosplay/LARP mit Burschis

Der Thomastag 2019 rückt näher. Dieses Jahr findet er vom 13. bis 15. Dezember in Nürnberg statt und endet am letzten Tag mit dem gemächtigen, öffentlichkeitswirksamen Bummel in der Innenstadt. Hier werden elitäre Männerbündnisse bekräftigt, Seilschaften geschmiedet, Sexismus gepflegt und Nationalismus geschürt. Selbstverständlich darf bei solch einem spassigen Ereignis die PFUI Bayern nicht fehlen!

Die in Phantasieuniformen aufgerödelten Mitglieder der anderen Verbindungen, Korps und Burschenschaften sind uns jedoch zu dröge. Die PFUI hat schon lange ein vergeudetes Potential erkannt und möchte deshalb eine weitere Farbnuance zu diesem Event beitragen.

Mensurbild verfremdet

Dieses Bild entstand auf dem Cthulhu-LARP „Ftaghn 2017“ in Nodens bei Kronach

Wir freuen uns wenn sich LARP-Spieler*innen (Elfen, Orks, Magier, auch Vampire- oder Shadowrun-Chars sind willkommen), Reenactment-Darsteller*innen (römisches Imperium bis Hochmittelalter; auch Kelten und Zinnsoldaten) oder Cosplayer*innen (z.B. Barbarella, Xena, Adams Family, Star Treck oder Saber Rider) am 15.12.19 ab 14 Uhr vor der Lorenzkirche, Nürnberg treffen und sich in den Bummelzug der Burschis einreihen.

Einer reiner Zombiewalk mag zwar in der Idee formschön und äusserst kreativ anzusehen sein, wäre jedoch in der praktischen Umsetzung wenig stilvoll, da er sich aufgrund der hohen Anzahl Alter Herren bei diesem burschenschaftlichen Aufzug kaum vom Original unterscheiden würde…

Es ist nicht tot, was ewig liegt

Lange war es ruhig um das pogoanarchistsiche Hochschulleben der PFUI-Bayern. Grund dafür, war die Exmatrikulation eines Mitglieds, das in den Medienraum der LMU München während eines burschenschaftlichen Vortrags defäkiert hatte. Daraufhin zog sich die PFUI vorübergehend aus den modernen Medien, incl. VHS zurück. Trotzdem möchten wir Ihnen, liebe Leser*innen, liebe Asoziale und hassenswerte Gegner*innen, nicht die Berichterstattung der letzten Jahre über unsere Verbindung vorenthalten.

Dass elitäre Hochschulbünde bis in die höchsten politischen Kreise aktiv sind, bewies bereits der Asoziale Landesvater der bayerischen APPD, Nille Hangoverson, als er sich überraschenderweise bei einer Neujahrsansprache im Altherrenwichs der PFUI präsentierte.

 

Im darauffolgenden Jahr berichtete die Nürnberger Zeitung erstmals über den jährlich stattfindenden burschenschaftlichen Thomasbummel und zeigte eine Bildstrecke mit Pogoanarchisten der PFUI Bayern.

Was werden die nächsten Jahre im Kampf um Bildung und Einbildung bringen?

 

 

Pogo sei´s Panier – Thomaszirkus 2013

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Dieses Jahr konnte die PFUI Bayern dem jährlichen Spektakel mit gleichgesinnten Verbindungsstudenten begegnen, denn für den burschikosen Aufmarsch hatten sich Verbindungskamernossen der Fäkalia und der Titanica gewinnen lassen. Während die Fäkalia die Bürger umfassend über das Wirken von Burschenschaften aufklärte und so manchem Gegner bei der „Menstruation“ einen „Schiss im Gesicht“ zufügte, hatte die Titanica mehr Wert auf die musikalische Untermalung unseres Auftritts gelegt. Wir hingegen glänzten wie immer durch unsere eindrucksvollen Fahnen und suchten den Kontakt zu den ANDEREN Verbindungen. Die allgemein vorherrschende Trunkenheit konnte, trotz Bemühungen, von uns nicht übertroffen werden. Aufgrund der aufgedunsenen Hackfressen vieler Kameraden wurde die PFUI Bayern zur schönsten Burschenschaft (auch für Frauen!) 2013 gekrönt. Während vor allem die Fäkalia über das Wirken herkömmlicher elitärer Bünde aufklärte wurde unser Fahnenträger zum Objekt von Portraitfotos, da ein Burschi sich unbedingt gemeinsam mit ihm eine Erinnerung auf digitales Celuloid bannen lassen wollte. Just während des Auslösens des Apparates zog unser Kamernosse dem Burschi die Mütze vor dessen Hackfresse. Schöne Erinnerungen? Nicht mit uns!

Die Polizeikräfte vor Ort zeigten sich unauffällig und nutzten die uralten Tarntechniken des großen Cäsar (Blätter auf dem Helm im Wald): Sie stellten sich in eine Gruppe von PFUI UniformCorpstudenten in grünen Uniformen. Auf dem Nachhauseweg entdeckten wir auf dem Tor des Verbindungshauses der Germania noch diese zeitgenössische Darstellung eines Burschenschafters von 1907 (siehe links).

Der Thomas Zirkus

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Der Thomas Zirkus

Der aufrechte Pogoanarchist steht um 14 Uhr total verkatert auf und begibt sich in die Innenstadt um sein Frühstücksbier zu schlürfen. Leider ist die Stadt voller bunt gekleideter Narren, die (Alkohol-)Fahnen schwenkend daher flanieren. Burschenschafter oder Korporierte nennen sich diese selbsternannten Eliten dieses Landes, den Umstand missachtend, dass nur der Bodensatz der Strasse diese Begrifflichkeit tragen darf.

Freundlich weist der Pogoanarchist nun die älteren Herrschaften darauf hin, dass sie viel zu alt für einen Bruschen seien. Er erntet missbilligende Blicke. Die an die dürren Ärmchen der Alten geklammerten Frauen in Pelzmänteln äussern sich überhaupt nicht dazu. Sie haben nichts zu melden.
Nun bedient sich der schlau rückverdummte Pogoanarchist altertümlicher Umgansformen, und spricht jüngere Vertreter dieser traditionsbewussten Vereine an: „Heda Stallbursch!“, ruft er und wundert sich dass auch hier kein nettes Wort zurück ertönt. Weiterhin wundert ihn, dass kein Burschi – trotz mehrfacher Nachfrage – ihm eine der bunten Mützen schenken möchte. So hässlich wie die Dinger sind, sollte man eigentlich froh sein sie los zu werden…
Gedanklich verbannt der Pogoanarchist die Verbindungsstudenten in die SBZ und widmet sich endlich seinem wohl verdienten Frühstücksbier.

Die PFUI-Bayern (Pogoanarchistische Fachhochschul- und Universitätengemeinschaft in Bayern) hat zu diesem Zweck rare Quellen recherchiert um die wahren Hintergründe des Thomastages aufzudecken.

Historisch geht der Thomastag auf einen Thomas Grantelhuber von Stoiberwitz zurück. Dieser liess im Jahre 1234 alle Aussätzigen vor den Toren der Stadt zusammentreiben um sie für einen Kreuzzug ins gelobte Land zu shanghaien. Um den Kampfesunwillen zu vermindern liess er den Opfern Unmengen an Alkohol einflössen. Um die ansteckenden Kranken von gesunden Landsknechten abzugrenzen, verpasste er ihnen schreiend farbige Fantasieuniformen. Dieses historisch belegte Ereignis wird bis heute von den Burschenschaften an diesem Tag nachgespielt, auch wenn ihnen die Hintergründe aufgrund mangelnder Informationsbereitschaft oftmals selbst nicht bekannt sind.

PFUI bekundet Solidarität zu Hochschulbesetzern

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Eine Hommage an alle ehemaligen und zukünftigen Besetzungsaktionen der Hochschulen und Universitäten:

 

Liebe Besetzer,

die PFUI Bayern (pogoanarchistische Fachhochschul- und Universitäten-Interessengemeinschaft Bayern) ist eine schlagende und farbtragende und sich hemmungslos betrinkende Studentenverbindung ohne jeglichen elitären oder sexistischen Anspruch. Wir erklären uns mit den Besetzern und dem Plenum solidarisch.

Bildung zu bestreiken finden wir einfach toll!

Studiengebühren hemmen Faulheit

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Die APPD Franken unterstützt die Abschaffung der Studiengebühren in Kooperation mit der Pogoanarchistischen Fachhochschul- und Universitäten Interessensgemeinschaft (PFUI)

Gemäss dem Wahlspruch: bibo non solus

Unser Ziel ist endgültige Rückverdummung einer ganzen Generation der zukünftigen Elite um sie ein für allemal für den Arbeitsmarkt unbrauchbar zu machen. Bei der Gründung fand die PFUI-Bayern die Hochschulen bereits vorbildlich in verschiedene Fakultäten aufgegliedert vor (Super! Ohne Berührungsmöglichkeiten zwischen den verschiedenen Studiengängen. Betriebswirte reden nicht mit Asozialpädagogen. Umgekehrt aber auch nicht!). Allerdings müssen einige interdisziplinäre Fächer immer noch balkanisiert werden. Wir bekennen uns zum Pogoanarchismus.

Wir Fordern:
1. Weg mit den Studiengebühren – mehr Möglichkeiten für Langzeitstudenten
2. Weg mit dem Nummerus Clausus – Faulheit muss belohnt werden
3. Schaffung kultureller Freiräume für asoziale Studenten
4. Bereicherung für alle – Verdopplung der BaföG-Sätze
5. bereits gezahlte Studiengebühren müssen sinnbringend eingesetzt werden: Die PFUI-Bayern schlägt eine Verschleuderung der Gelder für gewaltige Orgien am Campus vor und empfiehlt Bierautomaten in den Vorlesungssälen
6. Chancengleichheit: Legastheniker (du gehörst dazu wenn du das Wort nicht spontan buchstabieren kannst!) brauchen mehr Bilder in Skripten!!!

Demonstration am 12.01.12 vor dem K4:
https://www.facebook.com/events/544606335550076/

https://www.facebook.com/events/307209989387583/

Alerta, alerta: pogoanarchista!

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– Wie die PFUI Bayern DEIN Studium balkanisiert-

Nicht die größte Ausdauer, vielleicht noch große Stimmgewalt, sicherlich aber den größten Ständer hatte der PFUI Block auf der Demo gegen Studiengebühren in Nürnberg.
Die Anarchistische Pogopartei hatte nach kontroversen Diskussionen wegen der Leistungsgeilheit mancher Studenten dennoch beschlossen teilzunehmen um vorbildlich faule und hedonistische Langzeitstudenten zu unterstützen.
„Dumm und glücklich – auch als Student“, so lautete das Motto der gesammelten Pogoanarchisten. Die mitgeführte Fahne der partigebunden Gesinnungskamernossen (APPD in güldenem Schriftzug) überragte mit gerade noch legaler Stablänge die Transparente anderer Demonstrationsteilnehmer bei weitem.
Und sorgte für Aufsehen.
Überhaupt schien man auf die Partei gewartet zu haben.
Vielfach wurde gemurmelt: „Da kommt die PFUI.“
Der pogoanarchistische Block ließ sich genüsslich feiern und lud unverhohlen zum Fotoshooting ein. Natürlich mussten führende Pogopolitiker gleich ein Interview für den alternativen Sender „Radio-Z“ geben.
Als der Demonstrationszug sich schließlich Richtung Kundgebungsort in Bewegung setzte, stürmte den Parteimitglieder mit fliegenden Fahnen unter: „Alerta, alerta: pogoanarchista!“-Rufen nach vorne.
Der von den Studenten eher schwach skandierte Spruch: „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut“ wurde schnell mit der Losung: „Wir sind hier, wir sind breit, wir sind zum studieren bereit!“ beantwortet.
Der pogoanarchistische Block verließ die Kundgebung vor Ende um sich anderswo zu betrinken.

Das Fazit:
Minimaler Aufwand, großes Aufsehen, riesiger Spaß.

MpaG,
eure PFUI-Bayern